Nachhilfe bei Frau Keller Teil 126
Zwei Abende vor dem Abflug
Anna hatte Nina geschrieben, ob sie auf einen Wein vorbeikommen wolle. Nina war innerhalb einer Stunde da. Sie trug ein lockeres Sommerkleid und wirkte entspannt, aber neugierig, als sie den Wein annahm und sich zu den beiden auf die Couch setzte.
Eine Weile redeten sie über Belangloses – den Yoga-Kurs, das Wetter, die letzte gemeinsame Nacht im Club. Dann stellte Anna ihr Glas ab und sah Nina direkt an.
„Wir haben da etwas geplant“, begann sie. „Jonas und ich fliegen übermorgen in die Dominikanische Republik. Eine Woche. 5-Sterne-Hotel, Strand, alles. Und wir wollten dich fragen… ob du mitkommst.“
Nina blieb mit dem Glas auf halbem Weg zum Mund stehen. „Mit euch? In den Urlaub?“
„Ja.“ Anna lächelte leicht. „Zu dritt. Wir haben noch die Möglichkeit, ein größeres Zimmer oder zwei angrenzende zu bekommen. Meer, Sonne, Pools… und was sich sonst so ergibt.“
Jonas lehnte sich zurück und beobachtete Nina aufmerksam. „Kein Druck. Aber wir würden dich gerne dabei haben.“
Nina sah abwechselnd zu beiden. Man merkte, wie es hinter ihrer Stirn arbeitete. Der erste Impuls war Überraschung. Dann kam der Gedanke an die Sauna. An den dunkelhäutigen Mann. An die Größe, die Schwere, das Gefühl. Und daran, dass genau solche Männer in der Dominikanischen Republik keine Seltenheit sein dürften.
Sie biss sich auf die Unterlippe. „Ihr wollt also… dort auch schauen, was passiert.“
Anna nickte ehrlich. „Ja. Besonders ich. Ich bin auf den Geschmack gekommen. Und ich will das nicht heimlich machen. Sondern mit Jonas. Und wenn du dabei bist… wäre es noch intensiver.“
Nina atmete einmal tief aus. Ein kleines, nervöses Lachen kam über ihre Lippen. „Vor zwei Monaten hätte ich so etwas komplett abgelehnt. Jetzt…“ Sie schüttelte den Kopf, als müsste sie selbst darüber lachen. „Jetzt finde ich den Gedanken verdammt heiß. Diese Männer. Diese Körper. Und wir drei mittendrin.“
Sie schwieg einen Moment, dann setzte sie das Glas ab und sagte klarer: „Okay. Ich komme mit.“
Anna grinste und zog sie in eine enge Umarmung. Jonas legte eine Hand in Ninas Nacken und küsste ihre Schläfe. Die Erleichterung und Vorfreude waren greifbar.
„Dann planen wir um“, sagte Anna. „Zu dritt.“
Die neue Planung
Noch am selben Abend änderten sie die Buchung. Aus dem Doppelzimmer wurde eine große Deluxe Suite mit zwei Schlafbereichen und einer riesigen Terrasse zum Meer. Der Flug konnte umgebucht werden. Nina organisierte kurzfristig frei und sagte ihren Yoga-Kurs ab.
Sie saßen bis spät auf der Couch, den Laptop auf dem Tisch, und gingen noch einmal alles durch: Was sie einpacken würden, welche Outfits, welche Bikinis. Anna zeigte Nina Fotos vom Hotel – dem endlosen weißen Strand, den Poolbars, der abendlichen Beleuchtung, der Disco.
„Was im Urlaub passiert, bleibt im Urlaub“, sagte Anna irgendwann ruhig und sah beide an. „Kein Druck hinterher. Keine Verpflichtungen. Keine Eifersucht, die wir nicht aushalten. Wir genießen die Woche – und danach sehen wir, was davon mit zurückkommt.“
Nina nickte. „Das finde ich gut. Sonst wäre es mir zu viel.“
Jonas hob sein Glas. „Dann ist das die Absprache. Was dort passiert, bleibt dort. Wir drei. Eine Woche.“
Sie stießen an.
Die letzten zwei Tage
Die Spannung stieg spürbar.
Am nächsten Tag halfen sie Nina beim Packen. Es gab viele Blicke, viele zufällige Berührungen, und irgendwann landeten sie zu dritt auf Ninas Bett – erst küssend, dann mit Händen unter der Kleidung, dann mit nassen Fingern und lauten Stöhnen. Sie kamen alle drei, aber es fühlte sich an wie ein Vorgeschmack, nicht wie der Höhepunkt.
Am Abend vor dem Abflug schliefen sie gemeinsam in Anna und Jonas’ Wohnung. Niemand wollte allein sein. Die Koffer standen bereits gepackt im Flur. Auf dem Nachttisch lagen die Boardingpässe.
Nina lag in der Mitte, Anna und Jonas jeweils auf einer Seite. Im Dunkeln flüsterte Nina:
„Ich bin aufgeregt. Richtig aufgeregt. Wegen euch… und wegen dem, was dort passieren könnte.“
Anna küsste ihren nackten Schulter. „Wir auch.“
Jonas legte eine Hand auf Ninas Bauch und ließ sie dort ruhen. „Noch zwei Tage. Dann sitzen wir im Flugzeug.“
Die Vorfreude war so dicht, dass niemand sofort einschlafen konnte. Sie redeten noch eine Weile leise – über den Strand, über mögliche Abende an der Bar, über den Gedanken an große, dunkle Hände auf heller Haut. Irgendwann wurde aus dem Reden wieder Berührung, und aus der Berührung noch einmal langsamer, intensiver Sex zu dritt. Diesmal weniger wild, dafür tiefer und vertrauter.
Als sie danach erschöpft übereinanderlagen, flüsterte Anna ins Dunkle:
„In zwei Tagen sitzen wir in der Dominikanischen Republik. Zu dritt.“
Nina lächelte gegen ihre Haut. „Und alles, was dort passiert… bleibt dort.“
Jonas drückte beide fester an sich.
Die Koffer waren gepackt.
Die Absprache stand.
Und die Spannung zwischen den dreien war so hoch wie lange nicht mehr.
Der Urlaub konnte beginnen.