Nachhilfe bei Frau Keller Teil 128
Erster Nachmittag – Ankommen und Erkundung
Nach einer langen, lauwarmen Dusche und frischer Kleidung verließen die drei die Suite. Die Hitze war mittlerweile etwas erträglicher geworden, eine leichte Brise kam vom Meer.
Sie erkundeten das Hotel in aller Ruhe. Die Anlage war weitläufig und großzügig gestaltet: mehrere Restaurants mit offenen Terrassen, eine große Lobby-Bar mit Blick aufs Wasser, gepflegte Wege zwischen Palmen und tropischen Pflanzen. Überall roch es nach Salz, Sonnencreme und etwas Süßem aus der Hotelbäckerei.
Schon bei den ersten Metern fiel Anna und Nina dasselbe auf.
Die männlichen Angestellten waren auffällig… ausgewählt. Große, durchtrainierte Männer mit dunkler Haut, breiten Schultern und ruhigen, selbstbewussten Bewegungen. Der junge Mann an der Poolbar trug nur eine kurze Hose und ein offenes Hemd, das seine Brust freigab. Der Gärtner, der an den Beeten arbeitete, hatte schweißglänzende Schultern und lange, kräftige Arme. Selbst der Kellner, der ihnen später Wasser brachte, war groß, schlank-muskulös und hatte ein Lächeln, das länger hängen blieb, als nötig gewesen wäre.
Nina stieß Anna beim Gehen leicht an und murmelte: „Hast du das auch gemerkt?“
Anna lachte leise und warf Jonas einen vielsagenden Blick zu. „Ja. Sehr deutlich sogar.“
Jonas grinste nur und schüttelte den Kopf. „Ihr beiden seid unmöglich.“
„Aber du findest es auch nicht schlimm“, entgegnete Anna und hakte sich bei ihm unter. „Oder?“
Er sagte nichts, aber sein Blick blieb einen Moment länger an einem der großen, dunklen Poolboys hängen, der gerade Liegen richtete.
Kurzer Besuch am Strand
Sie gingen hinunter zum Meer. Der Strand war fast weiß, das Wasser türkis und klar. Die Wellen plätscherten ruhig. Für eine Weile liefen sie barfuß am Wasser entlang, ließen sich die Sonne auf die Haut scheinen und genossen das Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Nina blieb irgendwann stehen, blickte über das Meer und sagte leise: „Es fühlt sich an, als wäre alles ein bisschen leichter hier.“
Anna trat hinter sie und legte die Arme um ihre Taille. „Weil wir weit weg sind. Und weil wir uns erlaubt haben, hier anders zu sein.“
Jonas beobachtete die beiden Frauen, wie der Wind ihre Kleider gegen die Körper drückte. Er trat zu ihnen, küsste zuerst Anna, dann – nach einem kurzen Blick – auch Nina auf den Mund. Eine ältere Frau auf einer Liege in der Nähe schaute kurz herüber, sagte aber nichts.
Sie blieben nicht lange am Strand. Die Sonne war noch zu stark, und die Vorfreude auf den Pool war größer.
Entspannung am Hotelpool
Der Hauptpool war groß, mit flachen Bereichen und einer angeschlossenen Bar direkt im Wasser. Sie suchten sich drei Liegen etwas abseits, aber mit gutem Blick über das Geschehen.
Kaum hatten sie sich hingelegt, kam ein weiterer Mitarbeiter – groß, dunkel, mit sehr breiten Schultern und einer engen, schwarzen Hose. Er brachte ihnen frische Handtücher und fragte höflich, ob er etwas zu trinken bringen könne. Sein Blick verweilte einen Moment bei Anna, dann bei Nina. Nicht unhöflich, aber klar interessiert.
Als er ging, drehte sich Nina zu Anna und flüsterte: „Die suchen sich die Männer hier offenbar nach bestimmten Kriterien aus.“
Anna lachte leise und strich sich Sonnencreme auf die Oberschenkel. „Ich hab das Gefühl, das ist kein Zufall. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das gut oder extrem ablenkend finden soll.“
Jonas lag auf der Liege daneben, die Sonnenbrille auf der Nase, und beobachtete die beiden. „Ihr seid seit einer Stunde hier und plant schon, wen ihr euch vornehmt.“
Anna setzte die Sonnenbrille ab und sah ihn direkt an. „Wir planen nichts. Wir… nehmen nur wahr. Und es regt die Fantasie an.“
Nina drehte sich auf den Bauch und öffnete das Bikini-Oberteil, damit keine weißen Streifen entstanden. Ihr nackter Rücken glänzte in der Sonne. „Ich muss zugeben, dass ich gerade an die Sauna denken musste. An das Gefühl… wenn jemand so groß und schwer ist.“
Anna rutschte mit der Hand über Ninas Rücken, scheinbar nur um die Creme zu verteilen. Die Berührung war jedoch langsamer und vertrauter, als sie sein musste. „Ich auch“, sagte sie leise. „Besonders wenn Jonas zusieht.“
Jonas sagte nichts, aber man sah, wie sich unter seiner kurzen Hose etwas spannte.
Den restlichen Nachmittag verbrachten sie mit Wechsel zwischen Liegen und Wasser. Immer wieder kamen Mitarbeiter vorbei – um Getränke zu bringen, Liegen zu richten oder einfach nur den Bereich zu kontrollieren. Jedes Mal spürten Anna und Nina die Blicke. Und jedes Mal erwiderten sie sie ein Stück weit.
Als die Sonne tiefer stand und das Licht goldener wurde, saßen die drei am Beckenrand, die Beine im Wasser. Nina lehnte den Kopf an Annas Schulter. Jonas saß hinter ihnen.
„Was im Urlaub passiert, bleibt im Urlaub“, sagte Nina leise, fast wie zur Erinnerung an sich selbst.
Anna lächelte und küsste ihren Haaransatz. „Genau. Und der Urlaub hat gerade erst begonnen.“
Am anderen Ende des Pools lachte gerade einer der großen, dunklen Mitarbeiter mit einem Kollegen. Seine Muskeln spannten sich unter der Haut, als er eine Kiste mit Handtüchern hob.
Anna und Nina schauten beide hin.
Und beide dachten dasselbe.