Nachhilfe bei Frau Keller Teil 159
Nach der Arbeit .....
Anna kam später nach Hause als geplant. Der Schultag hatte sich gezogen, der Kopf war voll, die Schultern verspannt. Als sie die Wohnungstür aufschloss, roch es nach frisch gebrühtem Kaffee und etwas Würzigem aus der Küche. Jonas stand in der Tür zum Wohnzimmer, bereits umgezogen, und lächelte sie an.„Willkommen zu Hause.“Sie ließ die Tasche sinken und atmete einmal tief durch. „Bitte sag mir, dass ich heute Abend nichts mehr organisieren muss.“Jonas trat auf sie zu, küsste sie kurz und legte ihr einen Umschlag in die Hand. „Musst du nicht. Im Gegenteil.“Anna öffnete ihn mit hochgezogener Augenbraue. Drinnen lag ein Gutschein für ein Sauna- und Spa-Resort etwa eine Stunde außerhalb der Stadt – privater Bereich, mehrere Saunen, Dampfbad, Ruhezonen, bis Mitternacht geöffnet.Sie sah hoch. Ein echtes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Ernsthaft?“„Ernsthaft.“ Jonas strich ihr eine Haarsträhne hinters Ohr. „Du bist seit der Rückkehr wieder voll im Alltag. Ich dachte, wir könnten beide etwas Wärme vertragen. Und… was auch immer sich daraus ergibt.“Anna lachte leise und zog ihn in eine Umarmung. „Du meinst, falls wir in der Sauna nicht nur schwitzen wollen.“„Genau das meine ich“, murmelte er gegen ihr Haar. „Keine Pläne. Kein Druck. Nur wir. Hitze. Und die Möglichkeit, dass es mehr wird.“
Die Vorfreude war sofort da. Anna spürte, wie sich die Anspannung des Tages ein Stück weit löste – und gleichzeitig etwas anderes erwachte. Der Gedanke an heiße Luft auf nackter Haut, an Jonas’ Hände, an die Möglichkeit, dass jemand sie sehen könnte oder auch nicht. Seit der Dominikanischen Republik lag dieses offene, neugierige Verlangen nie ganz weit unter der Oberfläche.Sie duschten sich getrennt, packten nur das Nötigste ein – Bademäntel, Handtücher, Wechselkleidung – und fuhren los. Auf dem Rücksitz lag eine kleine Tasche mit Wasser und etwas Obst. Die Stimmung im Auto war leicht und geladen zugleich.Anna legte während der Fahrt eine Hand auf Jonas’ Oberschenkel. „Weißt du, was ich gerade denke?“„Hmm?“„An den Dampfraum dort. Wie dicht die Luft war. Wie wenig man sehen konnte. Und wie klar man trotzdem alles gespürt hat.“Jonas warf ihr einen kurzen, dunklen Blick zu. „Genau deshalb habe ich den Gutschein besorgt.“Anna lächelte und lehnte den Kopf zurück. Die Stadt blieb hinter ihnen, die Straßen wurden ruhiger, die Bäume dichter. Irgendwo vor ihnen wartete ein warmes, stilles Spa – und die offene Frage, wie weit sie die Hitze und die Nähe diesmal nutzen würden.Beide freuten sich bereits.
Auf die Wärme.
Und auf das, was sich daraus entwickeln könnte.
Tom-Fred