Nachhilfe bei Frau Keller Teil 91
Sechs Monate später – Anfang März
Die Zeit nach Jonas’ Abitur war wie ein Neuanfang gewesen.
Jonas hatte sein Abitur mit sehr guten Noten bestanden. Anna hatte offiziell gekündigt und arbeitete nun als freiberufliche Nachhilfelehrerin und Online-Tutorin. Die Beziehung war seit dem Tag der Zeugnisübergabe offen. Zuerst gab es natürlich Gerede in der Schule und im Ort, aber das hatte sich schnell gelegt. Die meisten akzeptierten es einfach.
Jetzt standen sie an einem sonnigen Samstagnachmittag vor einem schönen, alten Einfamilienhaus am Rande der Stadt, umgeben von Wiesen und einem kleinen Waldstück.
Es war das vierte Haus, das sie sich in den letzten drei Wochen ansahen.
Das Haus war aus den 1930er Jahren, mit frisch renovierten Fenstern, einem großen Garten mit alten Obstbäumen und einer großen Terrasse. Es hatte vier Zimmer, einen Kamin im Wohnzimmer und einen Dachboden, der perfekt als Arbeitszimmer oder Gästezimmer genutzt werden konnte.
Anna stand mit verschränkten Armen im Garten und schaute das Haus nachdenklich an. Jonas trat hinter sie und legte die Arme um ihre Taille.
„Und? Was denkst du?“, fragte er leise und küsste ihren Nacken.
Anna lehnte sich an ihn.
„Ich denke… das könnte es sein. Es fühlt sich richtig an. Nicht zu groß, nicht zu klein. Und dieser Garten… ich sehe uns schon morgens hier Kaffee trinken.“
Jonas lächelte und drückte sie fester.
„Ich sehe uns hier auch. Ich sehe, wie du im Garten Blumen pflanzt. Wie wir abends auf der Terrasse sitzen. Wie wir… unser Leben zusammen aufbauen.“
Sie drehten sich um und schauten sich das Haus noch einmal von innen an. Die Maklerin ließ ihnen viel Zeit allein.
Im großen Wohnzimmer mit dem alten Parkett und dem Kamin blieben sie stehen. Anna strich mit der Hand über die Wand.
„Es ist noch nicht perfekt renoviert… aber genau das gefällt mir. Wir könnten es zusammen zu unserem Zuhause machen.“
Jonas nickte. „Und es liegt weit genug außerhalb, dass uns niemand ständig beobachtet. Aber nah genug an der Stadt, dass du weiter arbeiten kannst.“
Sie sahen sich lange an.
Anna lächelte weich.
„Dann lass uns das machen, oder? Zusammenziehen. Ein richtiges Zuhause. Nur du und ich.“
Jonas zog sie in seine Arme und küsste sie tief.
„Ja. Das will ich mehr als alles andere.“
Sie unterschrieben den Vorvertrag noch am selben Tag.
Zwei Wochen später – Der Einzug
Die Kisten stapelten sich im Flur. Das Haus roch noch nach frischer Farbe und neuem Leben.
Anna stand in der Küche und packte Geschirr aus, als Jonas von hinten an sie herantrat und die Arme um sie legte.
„Weißt du, was ich gerade gedacht habe?“, murmelte er in ihr Haar.
„Was denn?“
„Dass ich vor einem Jahr noch dein Schüler war… und jetzt ziehen wir zusammen in unser erstes gemeinsames Haus.“
Anna drehte sich um, schlang die Arme um seinen Hals und küsste ihn zärtlich.
„Und ich würde es jederzeit wieder tun. Auch wenn es am Anfang so kompliziert war.“
Sie küssten sich lange und innig, bis der Kuss leidenschaftlicher wurde. Jonas hob Anna auf die neue Küchenzeile, schob ihr Kleid hoch und drang langsam und tief in sie ein.
Diesmal war der Sex anders als früher – nicht heimlich und verboten, sondern offen, selbstverständlich und voller Liebe.
Sie liebten sich langsam und intensiv in ihrer neuen Küche, mit dem Blick in den Garten. Anna kam leise und zitternd, Jonas folgte kurz darauf und hielt sie danach lange fest.
Später saßen sie auf der Terrasse, tranken Wein und schauten in den Garten.
Anna lehnte ihren Kopf an seine Schulter und flüsterte:
„Willkommen zu Hause, Jonas.“
Jonas küsste ihre Stirn und lächelte.
„Willkommen zu unserem Leben, Anna.“
Die Heimlichkeiten waren endgültig vorbei.
Und ihr gemeinsames Kapitel hatte gerade erst richtig begonnen.