Nachhilfe bei Frau Keller Teil 124
Nachhauseweg und Ausklang....
Es war bereits nach zwei, als sie den Club verließen. Die Nachtluft war kühl und klar im Vergleich zur schweren, warmen Atmosphäre drinnen. Nina hielt Annas Hand, während sie zum Auto gingen. Jonas legte den Arm um beide, als sie über den Parkplatz liefen.
Auf der Rückfahrt war es erst einmal still. Nicht unangenehm – eher erschöpft und voll. Nina saß auf dem Beifahrersitz, den Kopf an die Scheibe gelehnt, und lächelte ab und zu vor sich hin. Anna fuhr, Jonas saß hinten. Irgendwann legte Anna eine Hand auf Ninas Oberschenkel und ließ sie einfach dort ruhen.
Zuhause angekommen, zogen sie nur das Nötigste aus und setzten sich in bequemen Shirts und Shorts auf die große Couch. Jonas öffnete eine Flasche Rotwein und schenkte drei Gläser ein. Das Licht war warm und gedämpft. Draußen war es still.
Eine Weile sagten sie nichts. Sie tranken, ließen die Körper aneinanderlehnen und genossen die Ruhe.
Dann begann Anna leise: „Die Sauna… das habe ich nicht kommen sehen.“
Nina lachte leise und etwas heiser. „Ich auch nicht. Als wir reingekommen sind und er da saß… ich konnte den Blick gar nicht wegnehmen.“
Jonas nahm einen Schluck und stellte sein Glas ab. „Er war wirklich extrem. Die Dicke. Und wie ruhig er einfach da saß, bis ihr beide zu ihm gegangen seid.“
Anna drehte den Kopf zu Nina. „Wie war es für dich, als du dich auf ihn gesetzt hast?“
Nina spürte, wie ihr wieder warm wurde, nur vom Erinnern. „Voll. Sehr voll. Es hat am Anfang fast ein bisschen wehgetan, aber auf die gute Art. Und dann… als du mich gleichzeitig angefasst hast und er von unten gestoßen hat… ich dachte, ich verliere kurz den Boden.“
Jonas beobachtete die beiden Frauen mit dunklen Augen. „Ich fand es unglaublich heiß, euch beiden dabei zuzusehen. Besonders als er Anna genommen hat und du auf ihrem Gesicht saßt. Ich bin fast nur vom Zuschauen gekommen.“
Anna lächelte schmutzig und strich ihm über den Unterarm. „Hab ich gemerkt. Du warst steinhart, während du uns nur beobachtet hast.“
Nina kuschelte sich fester zwischen die beiden. „Ich hab auch gemerkt, dass du zugeschaut hast. Das hat es… intensiver gemacht. Nicht unangenehm. Eher im Gegenteil.“
Sie redeten weiter. Über den Moment, als der Mann gekommen war und sein Sperma auf Annas Bauch gelandet war. Über den Geruch in der Sauna. Über den Blickkontakt, der alles ins Rollen gebracht hatte. Über Ninas Wunsch von früher am Abend und wie sich das mit dem, was in der Sauna passiert war, irgendwie ergänzt hatte.
Es war kein geiler, drängender Sex-Talk mehr. Eher ein ehrliches, immer noch erregtes Nachspüren. Zwischendurch küssten sich Anna und Nina langsam, und Jonas streichelte abwechselnd beide.
Irgendwann wurde Nina ruhiger. Sie gähnte und lehnte den Kopf an Annas Schulter.
„Ich sollte fahren“, sagte sie leise. „Sonst bleibe ich wieder hier. Und ich glaube, ich brauche heute Nacht mein eigenes Bett, um das alles zu sortieren.“
Anna nickte und küsste ihren Haaransatz. „Verstehe ich. Willst du, dass einer von uns dich fährt?“
„Nein. Ich bin fit genug. Und ich will den Heimweg allein.“
Sie standen alle drei auf. An der Tür umarmte Nina zuerst Anna – lange und fest – und küsste sie tief. Dann wandte sie sich an Jonas. Die Umarmung war vertrauter als früher. Als sie sich lösten, gab sie ihm einen kurzen, weichen Kuss auf den Mund.
„Danke. Für den Abend. Für alles.“
Jonas strich ihr einmal über den Rücken. „Gute Heimfahrt.“
Nina lächelte noch einmal, dann war sie die Treppe hinunter und draußen.
Die Wohnungstür fiel ins Schloss.
Anna und Jonas blieben einen Moment im Flur stehen. Dann zog er sie in seine Arme.
„Was für ein Abend“, murmelte er in ihr Haar.
Anna atmete tief aus und drückte ihr Gesicht an seine Brust. „Ja. Intensiv. Auf so vielen Ebenen.“
Sie gingen zurück auf die Couch, tranken den Rest des Weins und saßen noch eine Weile eng beieinander, ohne viel zu sagen. Die Bilder vom Club – der Play-Bereich, Ninas Wunsch, die Sauna, der fremde Mann – zogen noch einmal an ihnen vorbei.
Irgendwann standen sie auf und gingen ins Bett.
Müde.
Zufrieden.
Und ein Stück näher aneinander als zuvor...